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Generationendialog – Offline statt Online? Generationen diskutieren über Social Media

Digitale Teilhabe statt Verbote: Generationen fordern gemeinsam eine bessere Social-Media-Welt

Altersgrenzen für Social Media, Handyverbote an Schulen oder strikte Regeln für Tech-Konzerne? Die Debatte um den EU KIDS Act und einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz kocht. Doch statt nur über die Betroffenen zu sprechen, brachte der Generationendialog am 15. Oktober 2026 im Berliner BASECAMP diejenigen zusammen, um deren Alltag es geht: Knapp 100 Schülerinnen und Schüler aus vier Berliner Schulklassen diskutierten auf Augenhöhe mit Seniorinnen, Senioren und Eltern über ihre digitale Realität.
Gruppenbild

„Menschen miteinander zu verbinden, ist das, was wir jeden Tag tun. Aber für uns geht es um mehr als ein gutes Mobilfunknetz: Wir möchten, dass sich alle Menschen in der digitalen Welt gut zurechtfinden, sich sicher fühlen und selbstbestimmt entscheiden können“, ordnete Deniz Taskiran, Telefónica Deutschland, den Tag ein. „Oft entsteht der Eindruck, dass Generationen völlig unterschiedliche Interessen haben. Aber Social Media kann Menschen verbinden – über Generationen und Entfernungen hinweg. Deshalb sollten wir nicht nur über Verbote sprechen, sondern gemeinsam darüber, wie wir digital leben wollen.“
Deniz Taskiran auf Bühne

Unter der Moderation von Amelie Marie Weber traf das generationsübergreifende Publikum in einer interaktiven Fishbowl-Runde auf Newsfluencer Fabian Grischkat, Robert Eysoldt (Gründer von Age Bombs) und Medienpädagogin Lidia de Reese (stellvertretende Geschäftsführerin der FSM e.V.).
Amelie Marie Weber auf Bühne

Algorithmen und Filterblasen: Kein reines Jugendproblem
Gleich zu Beginn räumten die Teilnehmenden mit dem Vorurteil auf, dass Medienüberforderung eine reine Altersfrage sei. Laut einer Mentimeter-Abfrage vor Ort nehmen 44 % der Befragten ihre Social-Media-Nutzung zwar als (eher) gut bis sehr gut wahr, 31 % machten ihr Wohlbefinden jedoch direkt von den Inhalten abhängig. Dass die Schattenseiten der Plattformen allgegenwärtig sind, zeigten die Vormonatserfahrungen: 60 % der Jugendlichen und Älteren begegneten vielen KI-Inhalten, 53 % wurden mit Fake News und Desinformation konfrontiert und 51 % gaben an, zu viel Zeit im Netz verbracht zu haben.
Teilnehmende im Publikum halten grünes Schild hoch

Newsfluencer Fabian Grischkat und Creative Strategist Robert Eysoldt beleuchteten die Mechanismen hinter den Feeds. Eysoldt warnte vor stereotypem Schubladendenken: „Wir müssen komplett raus aus diesen Zuschreibungen. Es geht um ein Business-Modell: Wir zahlen mit unseren Daten. Das Geschäftsmodell in Form von Algorithmen muss transparenter werden, damit wir überhaupt verstehen, was dort passiert.“

Teilnehmende auf Bühne

Wie stark auch ältere Generationen im Netz unterwegs sind, zeigte Grischkat anhand eines Video-Einblicks mit seiner 80-jährigen Oma Monika, die aktiv WhatsApp, Instagram und YouTube nutzt, aber ein Social-Media-Verbot für Ältere vehement ablehnen würde: „Wenn man anfangen würde, Älteren Social Media zu verbieten, ginge meine Oma auf die Straße. Bei Verboten gäbe es sofort einen Schulterschluss zwischen Jung und Alt.“
Jung und Alt im Gespräch

Die Debatte um Altersgrenzen und Plattform-Verantwortung
Braucht es starre Altersgrenzen, wie sie in Australien diskutiert werden? In der Fishbowl-Runde machten die Generationen auf der Bühne deutlich, dass Verbote an der Lebensrealität vorbeigehen. Senior Lorenz fand deutliche Worte: „Social Media ab 60 zu verbieten ist genauso ein Unsinn wie Social Media ab 13 zu verbieten. Verbote bringen nichts. Es ist wichtig, Medienwissen und Fertigkeiten aufzubauen und das muss öffentlich gefördert werden, für Jung und Alt.“
Austausch auf Bühne

Schüler Luca stimmte ihm direkt zu: „Ein Verbot macht überhaupt keinen Sinn. Wichtig ist, dass man in der Schule Fächer anbietet, die Social-Media-Kompetenz vermitteln und für ältere Menschen Angebote an beispielsweise Volkshochschulen schafft.“


Jugendliche im Austausch

Gleichzeitig wurde gefordert, die Verantwortung nicht allein auf die Nutzenden abzuwälzen. Fabian Grischkat stellte klar: „Es ist völliger Quatsch, Menschen zu regulieren. Wir müssen die Plattformen regulieren! Plattformen machen Gewinne mit unserer Aufmerksamkeit, unseren Gefühlen und mit Cybermobbing – und wir diskutieren darüber, ob wir Jugendlichen den Zugang verbieten sollen.“

Fabian Grischkat auf Bühne

Lidia de Reese (FSM e.V.) ergänzte: „Die Plattformen müssen allen Altersgruppen zuhören. Wenn User gefährliche Inhalte melden, muss spürbar und schnell etwas passieren. Bisher verlangen wir viel zu viel Eigeninitiative von den jungen Menschen allein.“ Dass die Eigeninitiative bereits hoch ist, zeigte die Umfrage: 63 % haben bereits Profile blockiert oder gemeldet, und 58 % legten ihr Smartphone schon bewusst für längere Zeit weg.

Lidia de Reese und Fabian Grischkat auf Bühne

Drei gemeinsame Wünsche an die digitale Zukunft
In generationsgemischten Arbeitsgruppen („Gruppenpuzzle“) formulierten die Teilnehmenden konkrete Forderungen. Zum Abschluss bündelte die Runde drei zentrale Wünsche an die digitale Welt von morgen:


Teilnehmende vor Pinnwand

1. Wunsch an die Politik – Bildung statt Verbote: Mehr geförderte Medienkompetenz und Aufklärung über Algorithmen und KI an Schulen und in der Erwachsenenbildung (Schülerin Milla: „Mein Wunsch wäre mehr Aufklärung zum Thema Social Media – und zwar nicht nur für eine Altersgruppe, sondern für alle.“). Auch 39 % der Befragten forderten via Mentimeter mehr Aufklärung zu Schutz und Einstellungen.

Schülerin auf Bühne

2. Wunsch an die Plattformen – Transparenz und Moderation: Verbindliche und lückenlose Kennzeichnung von KI-Inhalten (Schüler Raphael: „KI-generierte Videos und Stimmen müssen eindeutig als solche markiert sein.“) sowie weniger und transparenter deklarierte Werbung (Schüler Luca). In der Mentimeter-Abfrage wünschten sich jeweils 63 % der Stimmen strengere Kontrollen und Strafen für verbotene Inhalte.


Teilnehmer auf Bühne

3. Wunsch an uns selbst – Digitale Balance und persönliche Begegnung: Bewusste Zeitlimits im Alltag setzen und wieder häufiger das direkte, persönliche Gespräch im echten Leben suchen, statt soziale Kontakte nur über Feeds abzubilden.


Jung und Alt im Gespräch

Ein sicherer digitaler Raum entsteht nicht durch den Ausschluss einzelner Altersgruppen, sondern durch echte Medienkompetenz und Plattformen, die regulatorisch in die Pflicht genommen werden. Genau hier setzen die Initiativen von Telefónica Deutschland an: WAKE UP! (für Jugendliche und Familien) und „Digital mobil im Alter“ (für Seniorinnen und Senioren) bauen Brücken zwischen den Generationen – für ein selbstbestimmtes digitales Miteinander auf Augenhöhe.


Austausch auf Bühne

Videoaufzeichnung des Generationendialogs:

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